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Mensch springt mit einem Wingsuit von einem Berg.
©thinkstockphotos/Christophe Michot

Wie wär’s mit Wingsuit fliegen, ihr Vögel?

Laufen, Biken, Autofahren kann ja schließlich jeder. Was ihr wollt ist Abenteuer, durch Schluchten fliegen, frei sein wie der king of the world höchstpersönlich? Super Nachrichten: es ist möglich und das sogar außerhalb eurer wildesten Träume! Der Flügelanzug macht’s möglich.

Der Flügelanzug

Der Wingsuit, zu deutsch „Flügelanzug“ schafft’s in Sachen Fashion vielleicht nicht auf den Laufsteg, braucht er aber auch nicht, er kommt auch ohne hoch hinaus! Das Kleidungsstück, das optisch eher an ein Gleithörnchen erinnert, besteht aus einem hautengem Overall und Flügeln zwischen Armen und Beinen. Damit die nicht nur weird aussehen, sondern auch ihren Zweck erfüllen, verfügen sie über Hohlräume, die sich während dem Flug mit Luft füllen. Dadurch funktionieren sie ähnlich, wie eine Flugzeugtragfläche oder auch die Flügel eines Vogels. An der Mechanik bedient sich übrigens auch der Flächenfallschirm.

Kaum zu glauben, dass es sie schon 1910 gab – die schrägen Vögel, die für den Versuch zu fliegen ihr Leben riskierten. Zu einem der ersten zählt der Österreicher Franz Reichelt. Von Beruf aus Schneider, nähte er sich 1912 einen Fledermaus-Anzug, mit dem er sich wenig später vom Eiffelturm in den Tod stürzte. Damit ist er längst nicht der Einzige. Geschätzt wird, dass mehr als 70 Fallschirmspringer beim Experimentieren rund ums Wingsuit fliegen den Kürzeren zogen und ihr Leben verloren.

Wingsuit fliegen klingt halt besser als: „Ich mach einen auf Gleithörnchen“

Ein Fall für den Gleitwinkel

Geht alles gut, kann man seine Sinkgeschwindigkeit während dem Fall auf unter 60 km/h verringern. Das ist deutlich langsamer, als die normale Freifallgeschwindigkeit von 180km/h. Aber Wingsuit fliegen wäre nicht Wingsuit fliegen, wenn man einfach nur, wie ein träger Drops gen Boden steuern würde. Je nach Piloten Skills und Anzugmodell lässt sich hier weitaus mehr rausholen. Gleitwinkel sei Dank können richtig lange horizontale Strecken zurückgelegt werden. Der vertikale Fall wird dabei in eine horizontale Flugbewegung umgewandelt, die aus einem Kilometer Fallstrecke schnell mal zwei bis drei Kilometer Flugroute macht.

1999 schaffte es der erste Wingsuit in die Ladenfläche. Sein Name „Birdman“ ist heute gängiger Ausdruck und gebrauchtes Synonym für Wingsuits. Auch wenn wir Gleithörnchen, Vögeln und der gesamten Tierwelt in puncto Fliegen noch nie so nah waren, bleibt uns für die sanfte Landung erst einmal nur der Fallschirm.

Bin mal eben Flugkraft kaufen!

Übung macht den Meister

Wingsuit fliegen ist kein spontaner Activity-Point, den man mal eben aus der Lameng vorschlägt, weil die Bowlingbahn geschlossen hat. Wer sich wirklich in das Abenteuer stürzen möchte, gehört vorbereitet. Damit man den hohen Anforderungen eines Wingsuit-Pilot gewachsen ist, muss man:

  • Lizenzierter Fallschirmspringer sein
  • Mindestens 200 Fallschirmsprünge auf dem Buckel haben
  • Davon 50 innerhalb der letzten 12 Monate
  • An einer theoretischen Einführung mit Wingsuit-Instructor und anschließendem Einweisungsflug teilnehmen
  • Eine gute Orientierung und Körperbeherrschung während dem Freifall haben

Wingsuit fliegen: Einfach ein besonderer Fall für die Liebe!